Dschalaludin Rumi

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Maulana Dschalal al-Din Mohammad Rumi
(1207 in Balch - 1273 in Konya)


Einer der einflußreichsten Sufi-Lehrer und Autoren, dessen Werke bis in die heutige Zeit zur bedeutendsten und verbreitetsten persischen Literatur gehören.

Die vielen Gedichte seines umfangreichen Werks handeln immer wieder von Liebe und Sehnsucht. Darin geht es um die Sehnsucht nach Wahrheit und Selbsterkenntnis und den ersehnten bzw. erfahrenen Frieden des Wissens, damit Verbindung zu haben.

Besonders von seinem spirituellen Lehrer und Freund Schams-e Tabrizi wurde er inspiriert. Als der Kontakt zwischen ihnen durch ungeklärte Umstände (erzwungene Flucht oder Tod des Freundes) getrennt wurde, enstand der Großteil seiner bis heute bekannten Poesie. Die Gefühle von Liebe und Sehnsucht nach dem Freund und die Verbindung zur Wahrheit sind untrennbar verbunden. Die Dichtung war für ihn offenbar ein Mittel, um sich mit den aufwühlenden, feineren Sehnsüchten und Gefühlen auseinanderzusetzen und sie auszudrücken.

Rumis Poesie ist aber kein Selbstzweck oder das beabsichtigte Ziel einer sufischen Arbeitsmethode, sondern funktioniert neben dem Selbstausdruck als Werkzeug zur Mitteilung. Sie ist gewissermaßen eine höhere, veredelte Form der Sprache, die dazu dient, als eine Art Mittler oder Fahrzeug in Suchenden bzw. Schülern eine feinere Gestimmtheit als äußere Voraussetzung hervorzurufen, in der diesen dann die Aufnahme der subtileren, dahinterstehenden Wahrheit möglich wird.[1]

Werke

  • Diwan
  • Mathnawi
  • Fihi ma fihi

Quellen

  1. "Was geht mich schließlich die Dichtkunst an?" und weiter: "in Anbetracht der wahren Wirklichkeit [...] habe er keine Zeit für Poesie. Sie ist jedoch die einzige Nahrung, die seine Besucher zu sich nehmen können, 'und als guter Gastgeber setzt er sie ihnen vor'". (Idries Shah, Die Sufis, S. 123)
Marco Holmer, 17.5.2010