Dualität und Nichtdualität

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Selbsterkenntnis und das Konzept der Dualität

Selbsterkenntnis ist die Voraussetzung für Welterkenntnis, denn die Welt ist die Gesamtheit der Erscheinungen, die sich dem Selbst darbieten. Nicht-Dualität (indisch: Advaita) bedeutet die Einsicht, daß kein Gegenstand ohne (s)einen Beobachter existieren kann, daß also Subjekt und Objekt stets ein zueinander komplementäres Paar darstellen.

Das Selbst als individuelle oder separate Wesenheit ist ein Ding der Unmöglichkeit, weil es dann wieder ein zu beobachtender Gegenstand und damit ein Objekt wäre.

Bewußtheit und Dualität

Die Spaltung zwischen Subjekt und Objekt ist zwingend notwendige Bedingung, damit so etwas wie Bewußtheit auftreten kann, denn ansonsten gäbe es nichts, was sich einer Sache gewahr oder bewußt werden könnte. Daher ist auch Bewußtheit ein Teil des Traumes, den ein Träumer träumt. Erst das volle Erkennen dieser Tatsache ist Erwachen.

Bewußtheit läßt sich weder trainieren noch entwickeln.

Bewußtwerdung

Bewußtwerdung ist ein Vorgang, der von innen nach außen führt, nicht von außen nach innen. Zuerst ist der ursprüngliche Impuls, etwas zu tun, der sich im Körper manifestiert, darauf folgt ganz natürlich und harmonisch die entsprechende Handlung.

Dies ist das genaue Gegenteil der häufig vorkommenden Herangehensweise, bei der von außen gedankliche Grundsätze und Konzepte eingebracht werden und dann versucht wird, diese zu befolgen.

Bewußtwerdung bedeutet Verständnis des inneren Zusammenhangs und der dabei wirksamen Gesetzmäßigkeiten. Je besser diese Gesetzmäßigkeiten erkannt und in der Praxis durchgeführt werden können, desto mehr erweitert und vertieft sich auch das Verständnis. Das Denken steht hier im Dienste der Wahrnehmung, also des Fühlens und Spürens, nicht umgekehrt. Daher ist Denken stets Reaktion auf Beobachtung und Bewußtheit, nicht umgekehrt. Schlußfolgerungen können kein Ersatz für Verständnis sein.

Gerd-Lothar Reschke, 26.8.2007