Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5, c-moll, op.67

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Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Masur

1. Satz

Schiere Kraft setzt sich mit feinsinniger Tiefe auseinander und gewinnt dadurch Dynamik, Kontur und Macht.

2. Satz

Gemächlicher, in sich ruhender Pathos.

3. Satz

Aufbegehrend, suchend.

4. Satz

Elementare Stärke sprengt alle Begrenzungen und verhilft so dem freien Fluß der Energie zu seinem Recht.
Götz Vollweiler, 30.9.2007

Weitere Betrachtung:

Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von René Leibowitz

1. Allegro con brio

Herbes Erwachen wie durch einen dumpfen Schlag. Ein großes, dunkles Problem tritt auf. Alles schwankt, es scheint unlösbar. Abwägen in Ruhe, Zweifel. Ermunterung zu Versuchen, sich schrittweise an eine Konfrontation hinzutasten. Es klappt nicht, die Umstände reißen immer wieder alles ein. Abwägen und Kraftsammeln wechseln sich ab mit Konfrontation. In all dem Kampf gibt es auch ruhige Momente - Geschenke des Schicksals. Lebendigkeit, Auseinandersetzung. Zeitweise sieht es aus, als wäre alles normal. Doch dann schaukelt sich schon in der Ruhe etwas auf und wieder ein jäher Einbruch. Alles stürzt ein und wird durcheinandergewirbelt, bis die Zerissenheit und die Sehnsucht nach Ruhe im verzweifelten Kampf überhand nimmt. Irgendetwas geht zu Bruch und eine zarte Melodie steigt aus der zerbrochenen Schale, die all die Kämpfe von innen her antreibt. Innen arbeitet Liebe und sieht außen so erschreckend aus. Mit dieser inneren Sicherheit werden die äußeren Kämpfe wieder aufgenommen. Von jetzt an freudig und ohne Gegenwehr. Ohne Hoffnung gibt es nichts mehr zu verlieren, nur noch alles zu gewinnen.

2. Andante con brio

Ausgewogenheit, ruhiges Voranschreiten. Ein eigener Glanz, der von leisen, fast unhörbaren Unwägbarkeiten begleitet wird. Die Anflüge von Zweifel verlieren sich im ruhigen, beständigen Weiterschreiten. Der Satz ist das Herz der Symphonie. Zufriedene Bewegtheit strahlt nach außen. Dann wieder Rückkehr zum ruhigen Rhythmus im Herz, aus dem heraus sich wiederum strahlende Erweiterungen ausdehnen in eine weite, umfangende Offenheit.

3. Allegro

Hintergründigere Verbindungen zwischen nahestehenden Herzen. Atemloses Staunen über die glänzende Ausgewogenheit und Klarheit in der Tiefe. Rückkehr aus dem dunklen Raum, der alle Möglichkeiten enthält in die …

4. Allegro

Strahlende Schönheit des Tages. Tiefes Einatmen des Lebens in allen Farben. Freudige Größe ohne Zweifel und Ängste. Auch auf bisher unbekannten und unbeachteten Wegen fließt das Leben jetzt von allen Seiten zusammen und ergibt einen großen Zusammenhang.
Marco Holmer, 14.7.2008