Lust, Sexualität, Lebenskraft

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Lust, Sexualität, Lebenskraft

Die Begriffe

Die Begriffe Lust, Sexualität und Lebenskraft beschreiben genau dieselbe Sache. Dies hat z.B. Wilhelm Reich mit seinen Forschungen und Untersuchungen gezeigt, aber ebensogut kann es jeder Mensch durch genauere Erforschung seiner inneren Antriebe, Wünsche und Bestrebungen bei sich selbst studieren und herausfinden.

Das Problem der zeitgenössischen Kulturen liegt aber vor allem darin, daß ihre Moral sie daran hindert, Lust und Sexualität als vollwertige Ausdrucks- und Erscheinungsformen der Lebenskraft (und natürlich des Lebens selbst) anzuerkennen. Auch hierfür hat Reich den Grund herausgefunden und genau beschrieben: Es geht nämlich maßgeblichen Kreisen darum, diese Energien nicht im Interesse von Lust, Freude, Liebe und Selbstverwirklichung freizusetzen, sondern zu ganz anderen Zwecken ausnutzen zu können: zu materiellem und finanziellem Profit, zu Machtinteressen und zu Zwecken der persönlichen Eitelkeit und Scheinwichtigkeit. Dieselbe Energie, die sich lustvoll äußern wollte, wird, wenn sie unterdrückt und tabuisiert wird, zu einem Gift, das sich nur noch durch Haß, Neid, Eifersucht und Zerstörung auszudrücken vermag.

Die Ausbeutung der Sexualität

Bei der Ausbeutung der Sexualität in Form der sexuellen Zwangswirtschaft (-> Otto Mainzer) versucht sich die Kultur (jedenfalls bestimmte krankhaft degenerierte Kulturen wie die heutige christlich-westliche) die Lebenskraft durch kulturelle Tabus und Konditionierungen so zunutze zu machen, daß andere Interessen damit befördert werden — zumindest vermeintlich.

Den unbedingt zur Aufrechterhaltung der Art notwendigen Mindestausdrucksformen der Lebenskraft (Sexualität als Fortpflanzungsfunktion) wird ein verschämtes, geringgeschätztes Nischendasein eingeräumt, aber selbst da dominieren weiterhin materielle und Machtinteressen (Stichwort Heiratsmarkt, Prostitution, Pornoindustrie).

Freies Ausleben von Sexualität muß dann verhindert werden. Den Frauen wird eingeredet, sie würden hierbei ihre Würde verlieren — in Wahrheit verlieren sie aber ihre Möglichkeit, sich als Teil einer Wirtschafts- und Profit-Interaktion zu präsentieren. Gleichzeitig entsteht bei Männern ein sexueller und energetischer Überstau, der nach Drucklösung strebt. Es kommt nun bei diesem Mechanismus darauf an, daß Frauen ihre Erotik zurückhalten und rationieren. Erst dadurch wird es möglich, daß das Zwangswirtschaftskonstrukt manipulierend auf die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen einwirkt. Hieraus wiederum entwickelt sich ein hochkomplexes Geflecht von Kontrollmechanismen und Ausweichhandlungen.

Selbstverständlich kommen bei dieser Verfälschung ursprünglicher Empfindungen und Reaktionen beide Geschlechter, Frauen wie Männer, genau im gleichen Maß zu kurz und werden um ein erfülltes und befriedigendes Dasein auf unerhörte Weise betrogen.

Die Umlenkung von Sexualität und somit von Lebenskraft ganz allgemein erklärt in überraschend hohem Maße die meisten sozialen Konflikte und Leidensvorgänge. Unsere heutige westliche Zivilisation hat hier ihr schmutziges, wohlverwahrtes Geheimnis.

Weiteres siehe:

Sexualität und Spiritualität

Das Verdienst, das Thema Sexualität wieder aus der Grauzone der Tabuisierung herausgeholt und in einen ehrlichen Zusammenhang mit Spiritualität und Selbstfindung gebracht zu haben, gehört wohl eindeutig dem Inder Osho alias Bhagwan Shree Rajneesh. Bis dahin war es jahrhundertelang eine schlechte Tradition gewesen, Sexualität und Spiritualität als unvereinbar zu erklären — was zu einer bigotten Doppelmoral geführt hatte, bei der stets so getan wurde, als lege ein Wahrheitssucher per Entschluß seine Körperlichkeit ab und widme sich nur noch "Höherem".

Genau dieser Selbstbetrug ist es aber, der nicht zur Wahrheit und Erkenntnis führt, sondern zur Selbsttäuschung einer falschen "Reinheit", einem idealistischen Streben nach geistiger Beglückung und Erfüllung. Die Lebenskraft wird dabei nicht harmonisiert (kommt nicht in natürlichen, spontanen Fluß), sondern staut sich an der falschen Stelle. Die Folgen sind Zwanghaftigkeit, Intoleranz bis hin zu Fanatismus. (Vergleiche hierzu auch die Hinweise des Vierten Weges zur falschen Arbeit der Zentren, hier des Sex-Zentrums.)

Gerd-Lothar Reschke, 19.10.2007, 27.9.2008

Lust

Mit Lust hatte ich immer zwei Bedeutungen verbunden. Einmal den Begriff der sexuellen Lust und den des momentanen Impulses (Ich habe Lust/keine Lust, etwas zu tun).

Der momentane Impuls hat mit Lust, wie ich sie jetzt verstehe, nichts zu tun. Ein momentaner Impuls tritt einfach automatisch auf, in Abhängigkeit von Stimmung, körperlichem Befinden, Umgebung und anderen Faktoren.

Unter Lust verstehe ich jetzt dagegen eine Freude, die sich im Moment ausdrückt und die intensiv erfahren werden kann. Darunter fällt Sexualität, aber auch alles andere, das Freude in sich selbst trägt. Z.B. ein einfacher Spaziergang, Eindrücke in der Natur oder von Kunstwerken, die auf mich wirken. Alles, was echte Freude bereitet, ist auch dazu geeignet, ausgekostet und bewußt erfahren zu werden. Dazu muß aber zuerst der Unterschied zum bloßen Konsum von abstumpfenden, verfälschenden Eindrücken oder übersteuerter instinktiver Bedürfnisbefriedigung bei einem selbst klar werden.

Hat man diese Art Lust entdeckt und spürt ihr nach, finden sich viele kleine Situationen, die oft sogar eine grundlose Freude und Glück aufkommen lassen.

Marco Holmer, 13.10.2007

Aussagen zum Thema Sexualität

  • Sexualität ist pure Lebenskraft.
  • Jegliches Konzept ist untauglich, um sich mit Sexualität auseinanderzusetzen.
  • Sex ist eine reine Körperfunktion. Er darf nicht mit Sentimentalität oder anderen Gefühlen in Zusammenhang gebracht werden.
Götz Vollweiler, 24.11.2007