Wie im Himmel (Film)

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Regisseur: Kay Pollak
Schweden 2004


Der berühmte Dirigent Daniel bricht während eines Konzertes vor Überanstrengung zusammen. Danach entschließt er sich, mit dem Dirigieren aufzuhören und in das Dorf seiner Kindheit zurückzukehren. Dort wird er aber gleich erkannt. Man bittet ihn, den Kirchenchor zu leiten. Nach anfänglichem Zögern übernimmt er diese Aufgabe und kommt mit ganz „einfachen“ Menschen in Berührung. Er hilft jedem, seinen „wahren Ton“ zu finden. Er erklärt ihnen, daß es um das ginge, was ihnen fehle: den Zugang zu ihrer Quelle (zum Kern) zu finden, von wo aus alle Musik kommen würde.

Die Chormitglieder beginnen diese Quelle zu suchen und kommen somit mit ihren Gefühlen in Berührung. Eifersucht, Wut, Ablehnung, Enttäuschungen und festgefahrene Moralvorstellungen treten nun zutage, was für Konflikte und Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern sorgt. Am Schluß des Filmes wird gezeigt, wie jeder seinen wahren bzw. eigenen Ton gefunden hat und in Einklang mit sich selbst gelangt.

Die Handlung dieses Filmes ist mit der Funktions- und Wirkungsweise einer Inneren Schule vergleichbar. Der Dirigent hilft jedem, seinen wahren Ton zu finden, den Grundton, den jeder Mensch in sich trägt. In einer inneren Schule hilft der Lehrer dem Schüler, seine eigene Wahrheit zu finden, die Wahrheit, die jeder Mensch in sich trägt, die er aber vor Verblendung nicht sehen kann. Im Laufe des Filmes kommt immer mehr heraus, mit wievielen falschen Vorstellungen und Problemen die Chormitglieder sich schon seit Jahren unbewußt belastet hatten. Erst durch das Hineinfühlen in sich selbst und die Bewußtmachung ihrer Stärken, Ängste und Schwächen kommen alle Lügen an die Oberfläche. Dasselbe passiert in einer Schule: durch bewußtes Beobachten eigener Umstände und Gefühle sieht der Schüler mit Hilfe des Lehrers, was an ihm falsch ist und was nicht. Der Schüler kehrt langsam zu seiner wahren Natur zurück.

Dieser Film ist mein Lieblingsfilm, weil er so ungeschminkt die Natur des Menschen wiedergibt. Ich kann mich in all den Rollen der Chormitgliedern wiederfinden. Ich finde meine unterdrückte Eifersucht, meine heruntergeschluckte Wut, meine festgefahrenen Vorstellungen, wie etwas sein müsse, und meine Enttäuschungen des Lebens in all den gespielten Charakteren wieder. Es ist für mich unmöglich, von all diesen Gefühlen nicht berührt zu werden. Mich selbst darin erkannt zu haben, brachte mich ein Stück näher in Richtung zu meiner eigenen Quelle zurück. An den Ort, an den ich in Wirklichkeit hingehöre.

Tatiana Sallaum, 5.3.2008